Mission heute: Pater Athanasius

"Mission ist keine Einbahnstraße"

Pater Athanasius Meixner wird am 20. Juni 1938 in Döringstadt geboren. Er besucht von 1948 bis 1957 das damalige Neue Gymnasium (heute Franz-Ludwig-Gymnasium) in Bamberg. Schon immer hegt er die Absicht, in die Missionsarbeit zu gehen. 1957 tritt er den Missionsbenediktinern von Münsterschwarzach bei. Er studiert in Sankt Ottilien und Würzburg. Seine Priesterweihe erhält er am 5. Juli 1964 in Münsterschwarzach, durch den Bischof von Würzburg. Primiz feiert er am sieben Tage später in Döringstadt. Anschließend studiert er in München und England bis 1967 Theologie und wird schließlich im Dezember 1967 in die Mission ausgesandt. Am kleinen Seminar in Namupa führt er bis 1975 eine Lehrtätigkeit aus.

Missionar in den Usambara-Bergen Tansanias

Bis 1985 ist er auf verschiedenen Missionsstationen Pfarrer, seit 1985 in den Usambara-Bergen. Im darauf folgenden Jahr beginnt er mit dem Bau der Kirche und der Missionsstation von Soni. Bis heute ist er dort, in der Nähe des kleinen Seminars der Diözese Tanga, einer Stadt am Indischen Ozean, tätig. Sein Anliegen und seine Berufung sieht Pater Athanasius darin, den Armen das Evangelium zu verkünden. In der Dritten Welt, insbesondere in Afrika, seien die Bauern die Armen. Deshalb müsste es heißen: "Das Evangelium für die Bauern."
Wer also Armut bekämpfen will, müsse ihnen helfen. In Tansania, wo er tätig ist, wird das Geld, das eigentlich für die Bauern von der Regierung zur Verfügung gestellt wird, der Industrie gegeben. Pater Athanasius aber sagt, "eine gesunde Wirtschaft ist von einer gesunden Landwirtschaft abhängig." Dies wurde in der Vergangenheit weder von den Regierungen, noch von den "Geberländern" erkannt. Stattdessen förderte man einseitig und verfrüht die Industrie, die dadurch kaum Effizienz brachte.

Überzeugungsarbeit bei den afrikanischen Regierungen

Seit Jahren versucht Pater Athanasius schon, vor allem die afrikanischen Regierungen davon zu überzeugen, dass man vor der Industrialisierung die Förderung der Bauern setzen muss. Heute ist der Satz "zuerst die Landwirtschaft" von der Wissenschaft nahezu einhellig anerkannt. Die Erfolge der Koreaner, Chinesen, vorher schon der Japaner und anderer - einst arme Länder, die ihre Entwicklung richtig "angepackt" und bei den Bauern angefangen haben - zeigen dies deutlich.
Die wirtschaftliche Situation für die Bauern hat sich mittlerweile etwas gebessert. Hohe Steuern wurden abgeschafft und eine echte Währung eingeführt. Ein andauerndes Problem sind indes die niedrigen Weltmarktpreise. Deswegen kann die Landwirtschaft kaum Geld verdienen.

Entwicklungshilfe soll wirklich den Bauern zukommen

"Die Regierung kämpft nicht mehr gegen ihre eigenen Bauern", so der Missionar. Früher wurden die Bauern beim Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen mit der eigenen Währung, die nichts wert war, bezahlt. Der Staat aber behielt die eingenommenen 'wertvollen' Dollar. Eine Lösungsmöglichkeit für Pater Athanasius wäre, wenn die Kirche mehr Druck ausübe, um die Regierungen zu zwingen, wenigstens die Hälfte der Entwicklungshilfe wirklich den Bauern, immerhin drei Viertel der Bevölkerung, zukommen zu lassen.

Projekte

Finanzielle Hilfe aus Döringstadt wurde und wird immer gebraucht. Bei seinem Heimaturlaub im Herbst 2009 blickte Pater Athanasius auf seine aktuellen Projekte in der Soni Catholic Church in den Usambara-Bergen. Gewiss das essentiellste ist die Wasserversorgung. Rund 5.000 Menschen soll Zugang zu dem lebenswichtigen Gut ermöglicht werden, ohne dass sie kilometerweit laufen müssen. Bislang kamen 10.000 Euro an Spenden zusammen, der Kostenvoranschlag umfasst jedoch 40.000 Euro.
Dazu werden Aidswitwen und -waisen mit dem Nötigsten zum Leben ausgestattet, Schulgelder für Arme mittels Patenschaften gesammelt.

Wasser, Kindergärten und Kirche und große Eigeninitiative

Zu den sechs bereits errichteten Kindergärten (je 40 Kinder), soll ein weiterer mit Toilette, Küche und Kapelle in Ngwilu entstehen. Finanziert werden Erzieherinnen und Frühstück der Kinder. Froh berichtet Pater Athanasius von Eltern, die sagten: "Seit unsere Kinder hier essen, wachsen sie viel besser." Der Kostenvoranschlag für den neuen Kindergarten beträgt 14.000 Euro. Allerdings berichtet Pater Athanasius, dass bereits ein Antrag an die Sternsinger-Aktion gestellt wurde. Ein Eigenanteil von zehn bis 15 Prozent ist zu leisten.
Für die gläubigen Menschen ist es eine Selbstverständlichkeit, dass sei bei dem Bau einer kleinen Kirche in Mankha selbst mit anpacken. 5.000 Ziegel- und Bruchsteine fertigen Christen vor Ort selbst. Zu dem Zuschuss des Erzbistums Bamberg in Höhe von 3.000 Euro und der Eigeninitiative sind aber noch 6.000 Euro nötig.

Schon ein Euro hilft

Überdies werden Avocado- und Orangenplantagen angelegt und der Mischanbau von Mais und Sonnenblumen forciert, damit die Bauern mit einer sicheren Ernte und damit einem verlässlichen Einkommen rechnen können. Die Avocadobäume etwa dienen zudem als Windschutz, damit die Felder nicht austrocknen. 3.000 wurden bereits gepflanzt, 2.000 Avocadobäumchen (für je einen Euro) und 3.000 Avocadosetzlinge (je drei Euro) sollen noch gepflanzt werden. Viele "kleine Dinge" werden benötigt. Um beispielsweise später Sonnenblumenöl verkaufen zu können, muss ein Filter für die Ölpresse angeschafft werden.

"Hundert-Dächer-Programm"

Ebenso wichtig ist das "Hundert-Dächer-Programm". Pater Athanasius berichtet: "Der Traum jeder afrikanischen Frau ist ein Haus mit Blechdach, damit nicht nur weniger Ungeziefer ins Haus kommt, sondern vor allem auch Schutz vor dem Regen gegeben ist. Eine afrikanische Schwester erzählte mir, dass ein "Dach über dem Kopf" vor allem dann wichtig ist, wenn der Mann zum Arbeiten weit weg gehen muss und vielleicht lange oder überhaupt nicht mehr wieder kommt. Wenn dieser dann auch kein Geld schickt, weil er keine Arbeit oder nur Gelegenheitsjobs findet, ist die Frau ganz auf sich angewiesen. Hat sie zumindest ein Dach, sagt sie sich: Das Essen kann ich schon verdienen für mich und mein Kindchen als Tagelöhnerin auf den Feldern anderer Bauern."
Ziel sei der Kauf eines Blechdaches (evtl. mit der Vorlage, dass das Haus dann der Frau überschrieben wird). Die Kosten betragen zehn Euro pro Blech. "Als erstes werden Dächer für die so genannten Küchen benötigt (20 Bleche). Später wäre es schön, das ganze "Haus" abzudecken (weitere 40 Bleche). Gebraucht werden also 600 Euro pro Familie."

Mission ist keine Einbahnstraße: "Hakuna Matata. Mungu jupo"

"Mission ist keine Einbahnstraße", sondern eine "two-way-street", erklärt der Missionar. Wir Europäer können von den Leuten in Tansania auch etwas lernen. Nämlich, dass es kein Problem gibt, wenn man auf Gott vertraut, weil Gott nah ist! Sie sagen: "'Hakuna Matata' - Es gibt kein Problem, Gott ist ja da - 'Mungu jupo' - Wenn Gott so da ist, so nah, dann kann es keine großen Probleme geben."

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