Döringstadts Kirchengeschichte

Erstmals wird ein "Kirchhof" in Döringstadt in einem bischöflichen Urbar im Jahre 1325 erwähnt. Höchstwahrscheinlich wurde die erste Kirche in Döringstadt in der Karolinger Zeit erbaut (erste Erwähnung 797).

Von der "Urkirche" nur der Standort erhalten

Von der "Urkirche" ist heute, außer dem Standort, dem jetzigen Kirchplatz, nichts mehr erhalten. Allerdings sind Steine als Zeugen einer romanischen Kirche um 1325 im unteren Bereich des Wehrturmes, der 1412 errichtet wurde, verarbeitet. Der festungsartige Bau überstand die Wirren der Zeiten und blieb der Nachwelt samt seines Anfliegbalkenwerks als mahnendes christliches Zeichen erhalten.

Die Turmmauer als Ortschronik

Die Ostmauer des Turmes weist die folgende Inschrift auf: "MCCCC darnach Ym XII jar wart der pau am nachsten Sunntag nach unseres herrn lychnamstag angehoben". Weiter ist der Baumeister "Hanns Linwardt in aewing (Ebing)" zu lesen und das Wappen des damaligen Bamberger Domprobstes, Johannes Heydeck (1388-1418) zu sehen. Beim Neubau der Kirche im Jahre 1412 hat man einen Teil des alten Gemäuers stehen gelassen und darauf die neue Kirche errichtet.

Brandschatzung während Marktgrafenkriege und 30-Jährigem Krieg

In der Zeit der Marktgrafenkriege ist das Dorf bis auf den Kirchturm durch den Marktgrafen Albrecht Alchibiades von Brandenburg-Kulmbach niedergebrannt worden. Auch das ist am Turm eingemeißelt: "anno d(omi)ni 15/53 in die yching (= Verkündigung) marie ist du(ri)ngstadt abgebren(n)t worden". Getreu der Weisheit "cuius regio, eius religio" ("Wessen Region, dessen Religion") hält für fast 40 Jahre der Protestantismus in Döringstadt Einzug. Nach der Rekatholisierung wird Döringstadt 1593 eigenständige Pfarrei. 1993 feierte man "400 Jahre Pfarrei Döringstadt".

Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde in Döringstadt ebenfalls gebrandschatzt. Doch die Schweden plündern nicht nur. Das Kirchenschiff dient gar als Pferdestall. Auf ihren räuberischen Streifzügen nahmen sie alles mit, was nicht niet- und nagelfest war. Eine Glocke, die ihnen zu schwer wurde, ließen sie in Döringstadt zurück. Die "Schwedenglocke" hängt noch heute im Kirchturm und erinnert durch ihr Schlagen alle Stunden die Bewohner an die Kriegszeit zurück.

Das heutige Kirchenschiff stammt aus dem Jahre 1716.

Nach der Jahrtausendwende: Komplette Kirchenrenovierung

Die letzten wichtigen Daten sind 2004 und 2005: Im Sommer 2004 wurde die Renovierung der Kirche abgeschlossen und der neue Altar von Weihbischof Werner Radspieler in einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht, im darauf folgenden Jahr der Kirchenvorplatz saniert.