Ein "großer Sohn" Döringstadts: Bischof Dr. Adam Senger

Er ist einer der berühmten Döringstadter - und schon die Ortsdurchfahrt erinnert an ihn: Doktor Adam Senger, dritter Weihbischof des Erzbistums Bamberg. Am 17. März 2005 war sein 70. Todestag.

Am 20. Juni 1860 wird Adam Senger als erstes von neun Kindern der Familie von Polizeikommissar Lorenz Senger und Maria Schmelzing in Döringstadt geboren. Gleich am Tag nach der Geburt findet die Taufe in der Pfarrkirche Sankt Martin durch den damaligen Pfarrer Dickert statt.

In Döringstadt ist Adam in seiner Jugendzeit der "Bubenkönig" - alle laufen hinter ihm her und gehorchen ihm.

"Mei' Läuser will unbedingt Bischof wer'n!"

Schon als Kind reift bei Adam der Wunsch, zu studieren, deshalb drängt er so lange, bis er, von seinem Vater begleitet, im bischöflichen Knabenseminar in Bamberg vorgestellt wird. Lorenz Senger erzählt voller Stolz: "Mei' Läuser will unbedingt Bischof wer'n!"

Adam besucht das Alte Gymnasium in Bamberg und ist dort, gleichermaßen wie zuhause, bei jedermann beliebt. 1878 absolviert er das Gymnasium mit Auszeichnung. Daraufhin studiert er vier weitere Jahre an der philosophisch-theologischen Hochschule zu Bamberg, am 22. Oktober 1882 wird er zum Priester geweiht. Weil er so jung war, geschah das erst ein halbes Jahr nach seinen Kursgenossen, da auch ein Gesuch um Dispens in Rom keine Aussicht bot.

Seine Primiz feiert er natürlich in seiner Heimatpfarrkirche in Döringstadt. Mit den Döringstadtern bleibt er auch später immer in Verbindung.

Bischof im Bamberger Dom

Adam wirkt danach als Kaplan in Hausen, Memmelsdorf, Fürth, Lichtenfels und Kronach, bis er 1891 vom damaligen Erzbischof Dr. Josef Schork nach Bamberg als Domprediger und Domvikar berufen wird.

Von 1893 bis 1895 ist er in Rom, um den Doktorhut für Kirchenrecht zu erlangen. Wieder in Deutschland, tritt er am Alten Gymnasium in Bamberg einen Religionslehrerposten an.

1902 wird der 42-Jährige erneut ins Domkapitel berufen, 1911 vom damaligen Erzbischof Friedrich Philipp von Albert zum Generalvikar der Erzdiözese ernannt. Am 2. Dezember 1912 wird Dr. Adam Senger von Papst Pius X. zum Weihbischof von Bamberg und Titularbischof von Corona ernannt. Die Bischofsweihe findet am 12. Januar 1913 statt. Mit Umsicht, Tatkraft, Verantwortungsbewusstsein und Strenge übt er seine ihm aufgetragenen Ämter aus. Sich sozial zu engagieren ist für ihn Ehrensache.

Initiator einer kunstgerechten Erneuerung des Domes

Durch Weihbischof Sengers Initiative wird der Bamberger Dom kunstgerecht erneuert und ausgestattet - er besorgt unter anderem auch den bekannten "Mühlhausener Altar" und die monumentale Kreuzigungsgruppe auf dem Peterschor.

1932 erkrankt er an einem Herz- und Nervenleiden, weshalb er sich vom Amt des Generalvikars entbinden lässt. 1934 erleidet er eine schwere Lungenentzündung. Seine Herzschwäche lässt ihn den kommenden Tod vorhersehen.

Gedenktafel im Dom erinnert an sein Wirken

Am 17. März 1935 scheidet Weihbischof Dr. Adam Senger von uns. Seine letzte Ruhe findet er im Dom, vor dem Altar der Antoniuskapelle wird er beigesetzt. Eine Gedenktafel an der Kirchenwand erinnert sein Wirken.